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Nationalsozialistische Selbstinszenierung © izrg

Der Aufstieg der Nationalsozialisten ist nicht zuletzt dem innovativ entfalteten Mittel der modernen Propaganda zu verdanken. Nach innen hat sie den Zusammenhalt der "Bewegung" durch Rituale, Zeichen, Uniformen und Regeln gestärkt, nach außen öffentliche Aufmerksamkeit erzeugt sowie der NSDAP ein unverwechselbares Gesicht gegeben. Ab 1933 dient NS-Propaganda der Übertragung dieser Effekte auf die ganze Nation. Propaganda, Medien, Kultur und Kunst - die Grenzen sind nun fließend - haben als Teile der Selbstinszenierung denselben Zielen zu dienen: der Etablierung der NS-Volksgemeinschaft, der Stabilisierung der NS-Herrschaft und der "Wehrhaftmachung" des deutschen Volkes. Ein Hauptträger propagandistischer Aktivitäten sind die gleichgeschalteten Medien - die Pressefreiheit existiert nach 1933 nicht mehr - vor allem die neuen staatlichen Medien, die "Wochenschau" im Kino und der vom Nationalsozialismus massiv ausgebaute und durch den erschwinglichen "Volksempfänger" verbreitete Rundfunk.

Die NS-Bewegung bedient sich der immer gleichen wenigen Instrumente: Die Symbolik der NS-Propaganda gibt sich düster, rituell, mystisch und fetischistisch: Fackeln und Feuer, Massen und Uniformen, Fahnen und Zeichen, Marschieren und Ordnung, Reih und Glied. Inszenierungen schaffen eindrucksvoll-nachhaltige Bilder, brüllende Agitationen transportieren einfache Formeln, Emotionalisierungen verdrängen kritisch-rationale Auseinandersetzungen, Uniformierungen symbolisieren nach innen ein Dazu-Gehören und - durch Nähe zum Militärischen - Wehrhaftigkeit nach außen, Lager und Massenversammlungen beseitigen Individualität: "Du bist nichts, Dein Volk ist alles." Dieses uniforme Volk soll eins werden mit seinem "Führer" Adolf Hitler. Die extrem übersteigerte Personifizierung, für die der Führerkult steht, installiert nicht nur ein System unbedingten Befehls und Gehorsams im Verhältnis "Masse - Führer", sondern schafft auch zentrale Motive der Propaganda: Hitler wird zum "Erlöser" oder "Messias" stilisiert.

Zum propagandistischen Alltag zählen so unterschiedliche Aspekte wie der nationalsozialistische "Festkalender", Kultstätten, die Instrumentalisierung regionaler Mundarten wie das Plattdeutsche oder Minderheiten, die Nutzung von Chancen wie den Olympischen Spielen 1936 sowie die augenfälligen "Leistungen" des nationalsozialistischen "Aufbaus" wie Autobahnen oder auch die Landgewinnung an der schleswig-holsteinischen Westküste. Die gleichgeschalteten Massenmedien transportieren diese Inszenierungen. Wo immer es sich anbietet, nutzt man den mit positiven Anmutungen aufgeladenen Begriff "Heimat", um den Eindruck entstehen zu lassen, dass regional differenziert und unterschiedliches Brauchtum gepflegt wird.

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