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Das Flüchtlingslager Oksbøl © izrg

Oksbøl – ein Symbol für den unfreiwilligen Aufenthalt der deutschen Flüchtlinge in Dänemark? Etwa die Hälfte aller deutschen Flüchtlinge in Dänemark verbringen zumindest eine kurze Zeit im größten Flüchtlingslager auf dänischem Boden. Wenn andere Lager aufgelöst werden, kommen die Flüchtlinge, die nicht nach Deutschland ausreisen dürfen, nach Oksbøl. Das ehemalige Übungslager der deutschen Wehrmacht in der Nähe von Esbjerg, bestehend aus Baracken, Pferdeställen und wenigen Backsteingebäuden, nimmt schon im Februar 1945 die ersten Flüchtlinge auf, im Mai 1945 leben schon 10.500 Menschen im Lager. Erst am Mitte Februar 1949 verlassen die letzten Flüchtlinge Oksbøl in Richtung Deutschland. Oksbøl ist doppelt so groß wie das zweitgrößte Flüchtlingslager und entwickelt sich innerhalb weniger Monate zur sechsgrößten Stadt Dänemarks: In seinen Grenzen leben zwischen Ende 1945 und Anfang 1949 fast konstant mehr als 35.000 deutsche Flüchtlinge, überwiegend Frauen, Kinder und alte Männer. Sie werden von den dänischen Behörden ausreichend versorgt, trotzdem ist das Leben hinter Stacheldraht entbehrungsreich.

Neben dem dänischen Lagerchef – zunächst bis August 1946 der Offizier H. J. Bjørnholm, in der Folge der ehemalige Flüchtlingsinspektor P. Anker Petersen – ist vor allem die von den Insassen demokratisch gewählte Lagervertretung für die Verwaltung des geldlosen Gemeinwesens zuständig. Ein Magistrat unter Bürgermeister Otto Klabes lenkt die Geschicke Oksbøls; an die 40 verschiedenen Dienststellen existieren in der Kleinstadt hinter Stacheldraht. Neben den Einrichtungen, die zur Aufrechterhaltung des täglichen Lebens notwendig sind, wie die Küchen, die Krankenbaracken, die Kläranlage, die Poststelle oder die Gärtnerei, organisiert die Verwaltung mit Unterstützung der dänischen Behörden auch ein breites kulturelles Angebot. Mehrere Schulen versuchen die Kinder im Lager mit beschränkten Mitteln auf die Zeit nach der Ausreise vorzubereiten, Jugendliche können eine Berufsausbildungen machen, selbst eine Volkshochschule gibt es. Neben dem Kino und dem Lagerorchester sorgt vor allem das Theater Oksbøl unter der Leitung des ehemaligen Direktors des Staatstheaters Danzig Walter Warndorf und seiner Frau, der Schauspielerin Eva Just, für Zerstreuung.

Siehe auch:

Das Flüchtlingslager Oksbøl
Zeugnis
Flüchtlingslagers Oksbøl
Timmermann

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