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Wilhelm Dreesen © izrg

Wilhelm Dreesen (*31. März 1840 in Rendsburg geboren, † 18. Dezember 1926 in Flensburg)

Der Fotograf Wilhem Dreesen spielt eine zentrale Rolle innerhalb der Künstlerkolonie Ekensund. Er ist maßgeblich für den Zusammenhalt und auch die Beständigkeit der losen Künstlergruppe verantwortlich.

Nach dem frühen Tod seiner Eltern kommt Dreesen in das Militärwaisenhaus in Eckernförde, wo er mit 14 Jahren Militärschwimmlehrer wird, der in Nordschleswig eingesetzt ist. Während des Deutsch-Dänischen Krieges trägt er als „Stellvertreter“ für einen dänischen Wehrpflichtigen die dänische Uniform. Mit dem Sold verwirklicht er sich seinen Traum: innerhalb kürzester Zeit lässt er sich in Flensburg zum Fotografen ausbilden.

Der auch musisch sehr begabte Dreesen richtet sich im Jahr 1865 auf dem Grundstück seiner Stiefmutter in Flensburg ein Fotoatelier ein, wo er zunächst vor allem als Portraitfotograf arbeitet. 1875 eröffnet er in Kiel, kurze Zeit später in Kappeln und 1887 in Apenrade Zweigstellen. Nach dem Tod seines Bruders Georg, der Zeichenunterricht am Flensburger Gymnasium und an der Fortbildungsschule erteilt, beginnt Dreesen mit dessen Utensilien zu malen. Er lernt die Ekensunder Künstler kennen, entwickelt sich in kurzer Zeit zum Mittelpunkt der Künstlerkolonie.

In den 1880er Jahren beginnt Dreesen, Landschaften zu fotografieren. Schnell wird der Flensburger zum Vorkämpfer der künstlerischen Landschaftsfotografie, der internationale Auszeichnungen erhält, sich erfolgreich an internationalen Ausstellungen beteiligt, sich für die Fotografie einsetzt und ab 1887 „Hoffotograf“ des Hauses Glücksburg wird. Ab 1891 stellt Dreesen seine Werke als Reproduktionen in Mappen aus. Ein Jahr später organisiert er die erste Flensburger Kunstausstellung im „Kolosseum“, in der Ekensunder Künstler ausstellen, gleichberechtigt nebeneinander: Malerei und Fotografie. Die Ekensunder Maler betrachten Dreesens Fotographie als Hilfsmittel, wie auch viele andere bekannte deutsche Künstler, mit denen Dreesen in Kontakt steht. Dreesen nimmt auf Wunsch sogar spezielle Motive auf, die den Malern als Vorlage dienen. Der zu Wohlstand gekommene Dreesen verbringt die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts vor allem auf Seereisen: Seine Fotografien nutzen die Reeder zu Werbezwecken. Der Ekensunder Maler Otto H. Engel berichtet im August 1910: „Gestern Abend kam Wilhelm Dreesen mit seiner Tochter zu mir und brachte einen Korb voll Porterflaschen mit. Das gab eine gemütliche Unterhaltung, da Dreesen von seinen vielen Reisen sehr amüsant erzählen kann, sie waren zum Teil richtige Entdeckungsreisen, und er hat auch für seine Zeit die ersten interessanten Momentaufnahmen und Bildberichte gemacht und verstand es meisterhaft, zufällig wirkende Staffagen in die Landschaften zu bringen.“

Wilhelm Dreesen stirbt am 15. August 1928 in Usserød.

Siehe auch:

Ekensund um 1890.
Kinder auf Sylt
Ein nordfriesisches Mdchen
Die Maler der Ekensunder Kolonie 1885
Heinrich Petersen-Angeln

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