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Otto Heinrich Engel © izrg

Otto Heinrich Engel

Der bekannte Maler Otto Heinrich Engel bildet den Mittelpunkt der „Zweiten Generation“ der Ekensunder Künstlerkolonie. Zwischen 1892 und 1910 verbringt er zahlreiche Studienaufenthalte an der Flensburger Förde, die sein Schaffen nachhaltig prägen. Engel, der am 27. Dezember 1866 in Erbach/Odenwald geboren wird, zieht mit seiner Familien schon als kleiner Junge nach Berlin. Hier studiert er zwischen 1886 und 1890 an der Kunstakademie, bevor er nach Karlsruhe, und später München an die Kunstakademien.

Seine Aufenthalte in Ekensund inspirieren seine Arbeit. Doch am Anfang hat er mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen: Beispielsweise verdrießt es ihn zutiefst, dass er kaum Modelle findet: „Es gibt aber kaum Leute, die einem Modell sitzen würden, sie sind alle zu sehr beschäftigt, und sie arbeiten jeden Tag an einer anderen Stelle.“ Oft arbeitet Engel den gesamten Winter an Ausarbeitungen von Studien, die er dann in Ekensund im Sommer zügig malt. Zunächst beschäftigt er sich vor allem mit sommerlichen Landschaften, lichtdurchfluteten Innenansichten und Studien der einheimischen Fischer und Lotsen, die sich an den Bildern der Maler aus der Skagener Künstlerkolonie orientieren.

Engel studiert die außergewöhnlichen Lichtverhältnisse in Ekensund: „Gleich abends um acht Uhr machte ich mich noch mit einem Blendrahmen fort, um eine Dämmerungsstudie zu malen. Bei den meisten jungen Malern ist es jetzt ein beliebtes Problem, die Farbentöne der Dämmerung zu studieren. Und da gerade bei der nördlichen Lage von Ekensund eine lang anhaltende Dämmerung zu dieser Jahreszeit herrscht, ist es auch mein Bemühen, dieses Problem zu lösen.“

Viele der Bilder, die Engel in Ekensund skizziert, um sie in München, und ab Mitte der 1890er Jahre in Berlin, in schweren künstlerischen Prozessen auszuarbeiten, machen ihn berühmt: sie werden in München, Berlin und in anderen Städten ausgestellt. 1899 begründet Engel die „Berliner Secession“ mit, die er jedoch 1902 nach einem Streit um die bevorzugte Förderung französischer Impressionisten gemeinsam mit anderen konservativen Malern im Unfrieden wieder verlässt. Doch Engel genießt Erfolg: 1906 wird er in die „Akademie der Künste“ berufen, 1908 zum Professor ernannt. Wenig später lässt er Ekensund hinter sich, die Kolonie ist fast zerfallen; Engel fährt zunächst oft nach Föhr, in den 1920er Jahren aber wieder an die Flensburger Förde: allerdings in den preußischen Teil ans südliche Ufer, nach Holnis.

1926 ehrt ihn Flensburg zu seinem 60. Geburtstag mit einer Ausstellung, die anschließend auch in Kiel gezeigt wird. Sechs Jahre später zieht Engel bis zu seinem Tod am 30. Januar 1949 nach Glücksburg; in die Gegend, deren malerische Beschreibungen ihm viel Ruhm eingebracht haben. Einem Freund schreibt er: „Es war natürlich ein schwerer Entschluss. Aber letzten Endes fühle ich, als ob es Schicksal wäre, dass ich mich dahin zurückziehen sollte, was meine Wahlheimat geworden ist, nachdem ich seit 40 Jahren dort künstlerisch gearbeitet hatte.“

Siehe auch:

"Malerin in Ekensund" (Emmy Gotzmann)
"Bei Sonnenuntergang"

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