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Die 'Goethe-Schule' in Flensburg © izrg

Ein herrschaftliches Gebäude mit einer großen Kuppel beherrscht seit fast 100 Jahren das Flensburger Stadtbild. Hoch über der Flensburger Förde, am Ostufer, steht ein stattliches Schulhaus, die "Goethe-Schule".

Seit dem Jahr 1905 steigen die Schülerzahlen an der Städtischen Oberrealschule in Flensburg beständig. Schon 1906 verteilten sich 800 Schüler auf 24 Klassen. 1911 und 1912 verweist Schuldirektor Flebbe auf die unhaltbaren Zustände, seine Klagen finden jedoch zunächst kein Gehör. Der Flensburger Magistrat wendet sich an den preußischen Minister für Unterrichtsangelegenheiten in Berlin mit der Bitte, in Flensburg eine staatliche Oberrealschule zu errichten. Erst nach einer Besichtigung ein Jahr später, erkennen die Behörden die Unzumutbarkeit der Zustände an. Dennoch will der preußischen Staat keine staatliche Schule errichten, sondern er stellt einen Zuschuss für eine weitere städtische Oberrealschule zur Verfügung.

Flensburg beschließt im Sommer 1913 den Bau einer zweiten Oberrealschule: Das Gebäude soll zunächst auf zwölf Klassen ausgelegt, aber auf 21 Klassen erweiterbar sein. Im Frühjahr genehmigen die städtischen Gremien den Entwurf der Architekten Paul Ziegler und Theodor Rieve. Die Schule soll mit ihrer herausgehobenen Lage an der Bismarckstraße auf dem Ostufer ein Monumentalbau werden, der den Mittelpunkt der östlichen Höhe bildet. Am 2. Dezember 1914 ist Baubeginn.

Da es auf Grund des "Ersten Weltkriegs" immer wieder zu Verzögerungen kommt, wird die Schule erst Anfang April 1919 fertig gestellt; zunächst ist man von zwei Jahren Bauzeit ausgegangen. Die Baukosten belaufen sich auf etwa 1.500.000 Reichsmark. Am Mai 1919 findet Unterricht in dem neuen, zu dieser Zeit aus dem Mitteltrakt und einem Nordflügel bestehenden Gebäude statt. Im Schuljahr 1925/26 läuft der Antrag für den Bau des Südflügels, weil neue Schulräume benötigt werden. Die Genehmigung erfolgt im Februar 1927. Seit Januar 1928 findet auch in dem neuen Flügel Unterricht statt.

Die neue Schule ist quasi ein "Schulschloss". Hier präsentiert sich der preußische Staat, einschließlich seiner Bildungspolitik, und betont die Zugehörigkeit Flensburgs zum "Deutschen Reich". Städtebaulich passt das Ostufer nun zum Westufer: Herrschaftliche Bauten auf beiden Seiten mit fast gleicher Größe und Materialsprache beherrschen das Stadtbild.

Den Namen "Goethe Schule" erhält die Schule erst im Jahr 1949, anlässlich des 200. Geburtstages des Dichters Goethe. Zunächst hieß die Schule nüchtern "Oberrealschule II und Landwirtschaftschule" beziehungsweise seit 1925 "Oberrealschule II mit Reformgymnasium i.E. und Landwirtschaftsschule". 1933 wird sie in "Adolf-Hitler-Schule" umbenannt. Nach dem "Zweiten Weltkrieg" dient die Schule kurz als Flüchtlingslager, bevor sie am 30. November 1945 wiedereröffnet wird.

Siehe auch:

Aktuelle Seitenansicht der 'Gothe-Schule'.
Goethe-Schule

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