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Das "Buddenbrookhaus" © izrg

In dem Haus in der Lübecker Mengstraße 4 -auch das "Buddenbrookhaus" genannt - bewohnte die Familie Mann seit 1842 eine Etage. Johannes W. Croll, der Enkel des Erbauers, hat das aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammende Gebäude an Johann S. Mann jun., den Großvater von Heinrich und Thomas Mann, veräußert. Das Haus der Großeltern dient Thomas Mann als literarisches Vorbild für die Schauplätze in dem 1901 erschienenen Roman "Buddenbrooks". Die Erzählung spielt größtenteils in einem "Haus in der Mengstraße" und macht das "Buddenbrookhaus" somit weltbekannt. 1936 äußert Thomas Mann über das "Buddenbrookhaus": "Ich erfreute mich eines zweiten Heimes in dem alten Familienhaus aus dem 18. Jahrhundert mit dem Spruch ‚Dominus providebit' am Rokoko-Giebel, welches meine Großmutter väterlicherseits allein bewohnte und das heute als Buddenbrookhaus einen Gegenstand der Fremdenneugier bildet."

Nachdem die Manns das Haus 1891 verkaufen, wechselt es häufig die Eigentümer. 1893 kauft schließlich die Lübecker Stadt das Gebäude und lässt Umbauarbeiten durchführen. In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts wechseln die gewerblichen Mieter häufig, bis sich 1922 die "Buddenbrook-Buchhandlung" einmietet. Im "Zweiten Weltkrieg" wird das Gebäude bei dem Brandbombenangriffes der britischen Luftwaffe am 28. März 1942 zerstört: Nur die Fassade und Reste der Seitenmauer sowie der barocke Gewölbekeller bleiben erhalten. Kurz vor dem Tod Thomas Manns - der im Jahr 1953 Lübeck und auch die Mengstraße in Begleitung seiner Frau Katia besucht hat - verkauft die Hansestadt Lübeck das Haus an eine Genossenschaftsbank. Die neuen Eigentümer lassen das Gebäude zu ihren Geschäftszwecken neu errichten und eröffnen im Jahr 1957 in den Mauern des "Buddenbrookhauses" eine Bank.

1991 entschließt sich die Hansestadt Lübeck mit Unterstützung unter anderem der Bundes- und Landesregierung und der Lübecker Bürgerschaft, das "Buddenbrookhaus" erneut zu kaufen. Die Stadt plant die Einrichtung eines "Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrums" in der Mengstraße 4, das Museum sowie Forschungs- und Gedenkstätte zugleich sein soll. Das "Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum" öffnet am 6. Mai 1993 im Jahr des 850. Stadtjubiläums der Hansestadt Lübeck mit einem feierlichen Festakt seine Tore - 90 Jahre nach dem Erscheinen des namengebenden Romans "Buddenbrooks".

Das Haus beherbergt heute neben einer Dauerausstellung zum Leben und Wirken der Familie Mann - "Die Manns - Eine Schriftstellerfamilie" - auch die Ausstellung "Die Buddenbrooks - ein Jahrhundertroman" zur Entstehungs- und Wirkgeschichte des Romans. Zudem enthält es umfangreiche Sammlungen, eine Spezialbibliothek und ein Archiv. Es ist zu einem Literaturzentrum geworden, in dem Ausstellungen, Lesungen, Vorträge, Tagungen, Fortbildungen und Workshops stattfinden, die der gesamten Familie Mann gewidmet sind. Des Weiteren finden immer wieder Sonderausstellungen statt, wie beispielsweise 1997 die Jubiläumsausstellung zum Roman "Doktor Faustus". Im Jahr 2002 erhält das "Buddenbrookhaus" den Museumspreis des Europarates.

Anschrift:

Buddenbrookhaus, Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum
Kulturstiftung Hansestadt Lübeck
Mengstrasse 4
23552 Lübeck
Telefon: 0049 (0)451 1 22 41 90
Telefax: 0049 (0)451 1 22 41 40
homepage: www.buddenbrookhaus.de (Stand Juli 2007)

Siehe auch:

Stadtplan: Buddenbrookhaus
Öffnungszeiten der Ausstellungen im "Buddenbrookhaus":
Das zerstörten "Buddenbrookhaus" in Lübeck 1953
Das "Buddenbrookhaus" in Lübeck heute

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