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Büsum, Travemünde und Flensburg - der schleswig-holsteinische Werftenverbund der 'Harmstorf'-Gruppe © izrg

1953 steht die "Johannes Schlichting Yacht- und Bootswerft" in Lübeck-Travemünde kurz vor dem Konkurs. Mit dem Bau des ersten dort gebauten Seeschiffes, der "Antonia", hat sich die vor allem auf kleinere Boote spezialisierte Werft übernommen. Der Hamburger Reeder Alnwick Harmstorf übernimmt die Werft und baut sie binnen kurzer Zeit zu einem der modernsten deutschen Stahlschiffbaubetriebe aus.

Als zweite Werft kommt 1963 die ehemalige "Büsumer-Schiffswerft W.&E. Sielaff" - nun unter dem Namen "Büsumer Werft GmbH" zu der entstehenden "Harmstorf"-Unternehmensgruppe hinzu. Zwar zählt die Belegschaft nur noch 93 Mitarbeiter, trotzdem geht in der Folge das Konzept der Modernisierung, Spezialisierung und der Zusammenarbeit auf: Die Büsumer Werft fertigt nur noch, Travemünde konstruiert die Pläne.

Ab 1975 übernimmt die "Harmstorf"-Gruppe zudem noch schrittweise Anteile an Traditionsunternehmen "Flensburger Schiffsbau-Gesellschaft" (FSG)- zu einem Zeitpunkt, an dem Frachtraten sinken und die Nachfrage auf dem Schiffbaumarkt einbricht. Gleichwohl steht "Harmstorf" im Vergleich mit anderen Werften gut da; 1982 schließt sich seine Unternehmensgruppe mit der FSG zusammen. Zu diesem Zeitpunkt arbeiten rund 2.500 Menschen auf den Werften der Gruppe, in die "Harmstorf" weiterhin kräftig investiert: Allein in Flensburg steckt das Unternehmen rund 50 Millionen DM in ein umfassendes Sanierungsprogramm, das mit dem Bau einer riesigen Schiffbauhalle und der Anschaffung computergesteuerter Maschinenanlagen den Werftstandort Flensburg zu einem der modernsten in Europa machen soll.

Die Investitionen retten die Unternehmensgruppe jedoch nicht. 1985 macht die "Harmstorf AG", unter der Leitung des kurz zuvor als Sanierer angetretenen Bernd Kosegarten, 65 Millionen DM Verlust. 1986 muss die Gruppe schließlich Konkurs anmelden. In Flensburg verliert die Hälfte der Belegschaft ihren Arbeitsplatz, der Lübecker Reeder Oldendorff übernimmt die FSG, nachdem kurzfristig ein Zusammenschluss mit HDW im Gespräch ist.

Siehe auch:

HDW - Großschiffbau in Schleswig-Holstein
Dithmarscher Landeszeitung
Strukturwandel
Modernisierung in Flensburg.

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