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Die Insel Trischen © izrg

Die Insel Trischen liegt acht Kilometer vor Friedrichskoog. Anders als die nordfriesischen Inseln mit ihren während der Eiszeiten entstandenen Geestkernen, hat sich Trischen unter dem Einfluss von Wind und Wellen gebildet. Erstmals um 1610 von Seefahrern erwähnt, verändern sich Lage und Oberfläche der Insel ständig. Beträgt die Breite des Sandstreifens vor den Dünen im Jahre 1884 noch etwa 1.500 m, so sind es 1921 nur noch 260 m. Bis heute wandert die Insel im Jahr durchschnittlich etwa 30 m bis 35 m in östlicher Richtung.

Die Geschichte der Besiedlung und Nutzung der Insel Trischen durch den Menschen verläuft durchaus wechselvoll. Bis 1894 hat die Natur den Sand zu einer Dünenkette von 1.200 m Länge und bis zu 5 m Höhe (über dem Mittleren Tidehochwasser) aufgeschichtet. Im Schutz dieser Dünenkette lagern sich bei Ebbe Sedimente ab - es entsteht fruchtbares Marschland. Um dieses Land zu nutzen, errichtet der preußische Staat 1895 einen Sommerkoog mit Viehtränke. 1897 entstehen ein sturmflutsicherer 5,45 m hoher Ringdeich und ein kleines Wohngebäude. Doch als Folge der Herbstflut von 1899 versanden große Teile des Grünlandes. Um die Dünen zu festigen, pflanzen Arbeiter im Auftrag des preußischen Staates großflächig Strandhafer an. 1918 erreicht die Dünenkette bereits eine Länge von 3 km bei einer Höhe von bis zu 7 m. Umfangreiche Grüppelarbeiten lassen die Marschfläche auf 90 ha anwachsen.

Während die Phasen der menschlichen Nutzung durch ständige Rückschläge geprägt sind, entwickelt sich die Insel - auf der es keine Landraubtiere gibt - zu einem wichtigen Brut- und Rückzugsgebiet für Seevögel. Bereits 1909 stellt der Landrat von Süderdithmarschen Dr. Johannsen Trischen unter Schutz. Seit 1911 überwacht ein mit polizeilichen Befugnissen ausgestatteter Vogelwart die Insel: So wird der Diebstahl von Vogeleiern mit Geldbußen von bis zu 250 Reichsmark bestraft. Der 1907 gegründete "Naturschutzverein Jordsand" kümmert sich um den Vogelbestand auf der Insel.

1922 unternimmt der preußische Staat einen erneuten Versuch, die Insel intensiver landwirtschaftlich zu nutzen. Der Plan, die Insel im Rahmen einer staatlichen Arbeitsbeschaffungsmaßnahme mit einem Sommerdeich zu schützen, scheitert jedoch an den Kosten. 1925 gelingt es dem Bauunternehmer Jürgen Brandt in Privatinitiative, einen 78 ha großen Koog einzudeichen. Doch noch im selben Jahr muss Brandt seinen Besitz auf Grund hoher finanzieller Belastungen wieder an den preußischen Staat veräußern.

Zwischen 1926 und 1933 pachtet die Stadt Altona die Insel. Während dieser Zeit herrscht reges Treiben: Fröhliche Kinderstimmen und eine rege Bautätigkeit stören die bisherige Inselruhe. Während der Sommermonate sind in einem hölzernen Sommerhaus - der "Villa Hedwig" - Stadtkinder aus einfachen Verhältnissen untergebracht. Bereits zwischen 1919 und 1921 hatte die Hamburger Schulbehörde kränkelnde oder unterernährte Stadtkinder mit gutem Erfolg zur Erholung nach Trischen geschickt. Die Stadt lässt auch die Infrastruktur der Insel ausbauen; so entstehen ein neuer Schiffsanleger und die mit 6800 Kubikmeter größte Scheune Dithmarschens. Doch das Inselidyll ist nur von kurzer Dauer: 1930 bricht der Deich erneut und die Stadt lässt den Pachtvertrag Ende 1933 auslaufen. 1936 stellt der Staat die notwendigen Küstenschutzmaßnahmen zum Erhalt der Insel ein. Als im Frühjahr 1943 der Deich mehrfach bricht, verlässt der letzte Pächter mit seiner Familie die Insel.

Nur von einem Vogelwart betreut, ist die Insel seit 1950 weitgehend sich selbst überlassen. Heutzutage liegt Trischen in der besonders geschützten Zone 1 des "Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer": Um die Seevögel während der Brutzeit und der Mauser nicht zu stören, ist das Betreten ganzjährig verboten. Das nur etwa 200 ha große Eiland ist ein Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung. Jedes Jahr im Frühjahr rasten dort zwischen 80.000 und 120.000 Zugvögel auf ihrem Weg in die nördlichen Brutgebiete. Im Herbst fressen sich zwischen 150.000 und 330.000 Zugvögel die notwendigen Fettreserven für ihren Flug in die südlichen Winterquartiere an. Etwa 20 % aller Küstenvögel des Wattenmeeres brüten im Sommer auf der Insel Trischen.

Siehe auch:

Die ersten Gebäude auf Trischen
Trischen
Trischen: Die Vergänglichkeit menschlicher Siedlung im Wattenmeer
Die Buschsandbake
Trischen - eine Nordseeinsel verändert "ihr Gesicht"

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