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Was sind Grenzen? © sdu

Es gibt viele verschiedene Arten von Grenzen. Es gibt geografische und kulturelle Grenzen zwischen Ländern, Städten und Landesteilen. Und es gibt soziale, sprachliche und ethnische Grenzen innerhalb der Gesellschaften.

Was sind Grenzen? Dies ist eine einfache Frage, die schwer zu beantworten ist. Grenzen definieren ein Gebiet und sie grenzen ein Gebiet von einem anderen ab. Die deutsch-dänische Grenze identifiziert also was dänisches und was deutsches Territorium ist. Ohne Zweifel sind es die Staatsgrenzen, an die primär beim Wort "Grenze" gedacht wird, doch dies deckt den Begriff nicht ab. Grenzen gehen auch kreuz und quer innerhalb der einzelnen Länder, aber auch in den einzelnen Menschen.

Der deutsche Philosoph Emmanuel Kant (1724-1804) hat die theoretische und die humanistische Definition einer Grenze entscheidend mitgestaltet. Er stellte eine Reihe philosophischer Überlegungen über Grenzen an, zwischen den Erfahrungen und Vorstellungen des Menschen, zwischen Vernunft und Religion und Moral und Ethik. Seine Erfahrungs- und Moralphilosophie war entscheidend für die Entwicklung der humanistischen Wissenschaften. Andere wichtige Grenzflächen im einzelnen Menschen sind die Fragen nach der Grenze zwischen Leben und Tod, Mensch und Tier und zwischen verschiedenen Religionen - z.B. Christentum und Islam.

Geografische Grenzen sind offensichtlicher als die philosophisch mentalen Grenzen. Historisch gesehen sind die Grenzen oft natürlichen Gebieten gefolgt. Dies können Flüsse, Berge, Wälder, Sumpfgebiete, Wüsten, Fahrwasser und ähnliches sein. Man sollte hierbei bemerken, dass Flüsse, Seen und andere Fahrwasser heute als "natürliche" Grenzen gelten, während es früher eher umgekehrt war. Sie waren etwas was Verbundenheit schaffte, weil der Transport über Wasser leichter war als über Land. Hingegen waren Wälder und Berge wichtige Grenzen, denn die Passagen waren oft schwer und gefährlich.

Es gibt auch einen Zusammenhang zwischen kulturellen und geografischen Grenzen in einer Landschaft. Als Beispiel dienen die Königsau und die Eider. Obwohl beide Flüsse Transportwege waren, grenzten sie doch auch Gebiete von einander ab. Die Königsau teilte Schleswig und Nordjütland und die Eider teilte Schleswig und Holstein.

Früher waren lokale Grenzen zwischen Dörfern von großer Bedeutung. Bis ins 19. Jahrhundert hinein lebten viele Dörfer fast ein eigenständiges Leben und die Welt der Bevölkerung ging bis zur Stadtgrenze. Natürlich gab es Verbindungen zu den Nachbardörfern und zur nächsten großen Stadt, doch die Kontakte waren wenig und selten. Regional gab es auch wenig enge Kontakte. Bis ins 19. Jahrhundert hinein gab es fast keine Heirat über die Elbe oder die Eider. Es war auch nicht möglich, dass Fünen sich mit Jüten verheirateten oder Schleswiger mit Menschen aus Nordjütland.

Intern in der Gesellschaft gab es auch eine Reihe sozialer Grenzen. Es gab die Unterschiede zwischen den Ständen - Bauern, Bürger, Adel und Geistliche. Diese Unterschiede spielten Jahrhunderte lang eine wichtige Rolle und Ehen zwischen Menschen unterschiedlicher Ständen waren selten. Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts, während der nationalen Konflikte im deutsch-dänischen Grenzland, nahm das Interessen an den Ständen an Bedeutung im Verhältnis. Während der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren die Arbeiter in den schleswigschen Städten mehr mit dem Stand als mit den nationalen Konflikten beschäftigt.

Sprachgrenzen hatten schon immer eine große Bedeutung für die Abgrenzung der Gebiete. Doch es ist nicht die Rede von statischen Grenzen. Im deutsch-dänischen Grenzland waren die Sprachen traditionell dänisch, deutsch und friesisch. Dazu Plattdänisch und Plattdeutsch, als überlappende Sprache im Grenzgebiet. Im 18. Jahrhundert verlief die deutsch-dänische Sprachgrenze vermeintlich auf einer Linie zwischen Schleswig und Husum, während man auf den Inseln und an der Westküste friesisch redete. Ende des 19. Jahrhunderts lag die Sprachgrenze in etwa auf Höhe der heutigen Landesgrenze und das friesische Sprachgebiet war fast verschwunden.

Religiöse Grenzen sind kennzeichnend für viele Gebiete, doch in der Region Schleswig-Holstein und Süddänemark hatten sie fast keine Bedeutung. Die Bevölkerung war überwiegend protestantisch und es gab nur wenige Katholiken, Juden oder Muslime. Entsprechend gab es auch nur wenige ethnische Grenzen in der Region, denn die meisten waren germanischer Abstammung. Religiöse und ethnische Grenzen sind heute jedoch deutlicher als damals, denn es haben sich viele Einwanderergruppen in diesem Gebiet niedergelassen.

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