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Nachkriegszeit © sdu

Mechanisierung, Spezialisierung und ein starkes Wachstum in der Produktion und Produktivität: Dies sind die Kennzeichen der starken Veränderung innerhalb der Landwirtschaft in Schleswig-Holstein und Süddänemark seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Es ist eine Entwicklung, in der die Anzahl der Höfe abnimmt, aber ihre Größe um ein Vielfaches zunimmt.

Die Landwirtschaft hat sich seit dem Zweiten Weltkrieg sehr verändert. Die Veränderung ist sogar so groß, dass es schwer ist, die Landwirtschaft von heute mit der vor 60 Jahren zu vergleichen. Die Entwicklung seit 1945 ist einzigartig im Vergleich zu anderen historischen Perioden und sie ähnelt sich sehr in Schleswig-Holstein und Süddänemark.

Es wird oft davon geredet, dass die Landwirtschaft in der Nachkriegszeit eine starke Strukturveränderung durchgemacht hat. Damit ist gemeint, dass die Anzahl der Höfe stark gesunken ist und dass die Anzahl der Beschäftigten noch mehr gefallen ist. Gleichzeitig sind die Höfe um ein Vielfaches größer geworden.

In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg war die Regel, dass es auf den normalen Höfen und den großen Höfen viele Angestellte gab. Es gab viele Betriebshelfer, die auf dem Feld und im Stall halfen. Es gab auch weibliche Angestellte, die sich um die Hausarbeit kümmerten und die während der Ernte auch auf dem Feld halfen. So ist es nicht mehr. Heute gibt es nur noch wenige Angestellte auf den Höfen, die entweder im Stall oder auf dem Feld arbeiten. Auf den Höfen von heute ist es auch nicht mehr üblich, jemanden für die Hausarbeit zu haben.

Eine andere wichtige Entwicklung in der Landwirtschaft ist die starke Spezialisierung der Höfe. In den ersten Jahren nach dem Krieg war es normal, dass alle Höfe - klein oder groß - mehrere Dinge produzierten. Es gab Kühe, Schweine und Hühner - eventuell sogar Schafe und Ziegen - auf den Höfen. Es war normal, dass man auf den Feldern verschiedene Dinge anbaute. Man baute Futtermittel und Produkte für den Verkauf an. Heute ist es ganz anders. Entweder wird Schweinefleisch produziert oder es gibt Milchkühe. Die Flächen der Höfe mit tierischen Produkten werden für Futtermittel, wie Mais, Gras, Korn etc. genutzt. Eine andere wichtige Veränderung ist, dass die Landwirte meist andere - normalerweise Lohnunternehmer - mit der Arbeit auf den Feldern beauftragen.

Höfe mit tierischen Produkten befinden sich dort, wo die Erde eher schlecht ist. In Schleswig-Holstein ist dies die Geest und in Dänemark ist es der südwestliche Teil Jütlands. In den Gebieten mit gutem Boden - auf Fünen und den östlichen und westlichen Teilen Schleswig-Holsteins - werden vielfach Verkaufsgüter angebaut, wie Kartoffeln und Gemüse.

Die Weiterentwicklung der Landwirtschaft ist in den Nachkriegsjahren beträchtlich. Der Ertrag auf den Feldern ist viel höher als früher. Dies hängt mit vielen Dingen zusammen, doch Kunstdünger und die bessere Kultivierung der Erde und künstliche Bewässerung sind die wichtigsten Gründe. In den Ställen wird weit mehr als vor 40-50 Jahren produziert. Abgesehen davon, dass es weit mehr Tiere gibt, hat sich auch die Produktivität verbessert. Jede Kuh gibt doppelt so viel Milch als noch wenige Jahre zuvor und die Sauen gebären fast doppelt so viele Ferkel als zu Beginn der 1960er Jahre. Dies hängt mit der Geburtenkontrolle und der Futterplanung zusammen.

Seit Ende des Zweiten Weltkrieges ist die Produktivität in der Landwirtschaft explosionsartig gestiegen. Mit weniger als einem Zwanzigstel der früheren Arbeitskraft kann jetzt viel mehr produziert werden. Die Entwicklung der Produktivität in der Landwirtschaft ist höher als die der Industrie und viel höher als die Produktivität der Dienstleister. Alleine im Zeitraum 1990-2002 hat sich die Produktion pro Landwirt fast verdoppelt. Der wichtigste Grund dafür ist die Mechanisierung. Diese begann Ende der 1940er und erreichte im folgenden Jahrzehnt eine erstaunliche Geschwindigkeit. Auf den Feldern arbeiteten kleine Traktoren - Massey Ferguson, Fordson Major, Deutz, Hanomag etc. - , die trotz ihrer geringen Kraft einen erstaunlichen Fortschritt in der Technologie bedeuteten. Mit den Traktoren gab es effektivere Pflüge, Saatmaschinen, Harfen etc., die schneller und effektiver den Boden bearbeiten konnten. Die Entwicklung der Maschinen setzte sich fort und Traktoren und Maschinen können heute viele Dinge schneller erledigen als noch wenige Jahre zuvor.

Die Arbeit im Stall wurde auch mechanisiert und die Produktion ist heute auf den meisten Höfen vollautomatisch. Effektive Melkmaschinen, Futter und Mistanlagen und große rationelle Ställe bedeuten eine gigantische Produktivitätsverbesserung. Heute kann ein Mann mehrere 100 Kühe halten und mehrere tausend Mastschweine versorgen. Dies war vor wenigen Jahren noch unmöglich.

Diese Geschichte erscheint in folgenden Themen:
Landwirtschaftlicher Strukturwandel
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