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Danfoss © sdu

Die Geschichte von Danfoss ist die eines der größten dänischen Wirtschaftserfolge im 20. Jahrhundert. Das Unternehmen auf Nord-Als hat sehr große lokale, regionale, nationale und internationale Bedeutung.

Die Geschichte von Danfoss ist einzigartig für Dänemark. Es ist die Geschichte der "zweiten Industrialisierung", dem Übergang von der landwirtschaftlichen zur industriellen Gesellschaft. Es ist nicht bloß die Geschichte eines lokalen Unternehmens auf Nordalsen. Es ist die Schilderung einer Veränderung in der dänischen Gesellschaft während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Mads Clausen gründete im Jahr 1933 die "Dänische Kühlautomaten- und Apparate-Fabrik". Erst 1946 hatte sich aus den Worten "Danmark" ("Dänemark") und "fosse" ("strömen") der Name des Unternehmens Danfoss ergeben. Von Anfang an produzierte das Unternehmen Kühlventile, die von amerikanischen Produkten kopiert und hergestellt wurden. Dies brachte großen Erfolg, da Dänemark in den 1930er Jahren eine strenge Importpolitik hatte, die den Kauf von ausländischen Industriewaren erschwerte. Im Jahr 1933 war Clausen für alles, vom Kundenkontakt bis hin zur Produktentwicklung, zuständig. Erst 1935 wurden die ersten vier Mitarbeiter eingestellt. Bis 1940 gelang es 37 neue Produkte herzustellen, wovon viele erst nach dem Krieg produziert wurden. Dies galt insbesondere für den Heizungsthermostaten, der einer der größten Verkaufserfolge des Unternehmens wurde.

Während des Krieges stieg der Verkauf von Ventilen sehr an, was mit dem steigenden Export in die vom Deutschen Reich besetzten Länder Europas - und außerdem Schweden und Spanien - zusammenhing. Zur Jahrtausendwende diskutierten dänische Historiker, ob die Danfoss-Ventile für deutsche Militärfahrzeuge benutzt worden waren. Die Uneinigkeit galt der Frage, ob die Ventile über Umwege in den deutschen Panzern gelandet waren oder nicht und ob Danfoss direkt an die Wehrmacht verkauft hatte.

Nach dem Krieg entwickelte sich das Unternehmen in großem Maßstab. Anfang der 1950er Jahre stieg der Verkauf und die Anzahl der Mitarbeiter am stärksten. Im Jahr 1950 gab es etwa 500 Mitarbeiter, wohingegen im Jahr 1960 5.000 Menschen bei Danfoss beschäftigt waren und 1971 ca. 10.000. Die meisten waren auf Alsen beschäftigt, da die ganze Produktion bis 1956 in Dänemark stattfand. Erst später fing Danfoss an, im Ausland zu produzieren. Den Anfang machte eine Kompressorfabrik in Flensburg und später wurde die Produktion auf eine Reihe verschiedener Ländern weltweit ausgedehnt. 2006 gab es etwa 21.000 Danfoss-Mitarbeiter, wovon 6.000 in Dänemark arbeiteten. Der Umsatz betrug fast 20 Mrd. Kronen und der Gewinn etwa 1 Mrd. Kronen.

Das starke Wachstum von Danfoss hinterließ deutliche Spuren im und um das Hauptbüro in Nordborg. Parallel zum Anstieg der Produktion und der Beschäftigungszahlen, wuchs die Fläche der Produktionsgebäude. Mads Clausen hatte auf dem Dachboden des Wohnhauses seiner Eltern angefangen und 1935 wurde das sogenannte Hühnerhaus im Garten umgebaut. Dies war eine kleine Holzbaracke, die in den Jahren 1947-48 durch ein 4.500 m² großes Barackengebäude ergänzt wurde, das früher als Behausung für deutsche Flüchtlinge in Esbjerg benutzt worden war. In den 1950er und 1960er Jahren wurden mehrere verschiedene Fabrikhallen gebaut und das charakteristische elf Stockwerke hohe Verwaltungsgebäude wurde 1961 fertig. Heute sind es etwa 250.000 m² Büro- und Produktionsfläche in der Fabrik in Nordborg.

Auch die Landschaft um die Fabrik änderte sich gewaltig. Der Bedarf an neuen Wohnungen für die neuen Danfoss-Mitarbeiter war groß. Viele zogen in die Stadt und die Umgebung, nachdem sie Arbeit in der Fabrik gefunden hatten. Mads Clausen war sich dieses Wohnraumbedarfs von Anfang an bewusst. Er war aktiv an der Gründung von Mietwohnungsvereinen und Wohngenossenschaften beteiligt, genauso wie er auch Mitarbeiter unterstützte, die ein eigenes Haus bauen wollten.

Der Einfluss von Danfoss auf die Gesamtentwicklung der Region war sehr groß. Mads Clausen nutzte von Anfang an eine Reihe von Zulieferern, anstatt die Produktion in eigene Hände zu nehmen. Er unterstützte auch Mitarbeiter, die eigene Unternehmen gründen wollten, indem er Bestellungen an diese vergab, sobald sie sich selbstständig gemacht hatten. Hierzu kam, dass andere sich entschlossen, sich in diesem Gebiet niederzulassen, da die industrielle Entwicklung sowieso vorhanden war.

Auf diese Weise hatte Danfoss großen Einfluss auf Alsen, Südjütland und das südliche Dänemark. Das Unternehmen trug zur Veränderung der Gesellschaft bei und sicherte vielen tausenden Menschen den Broterwerb, den Angestellten der Fabrik, aber auch vielen in anderen Betrieben der Region. Gleichzeitig änderte Danfoss das Bild der Landschaft "vom Land zur Stadt".

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Historische Innovationen
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