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Angriffspläne des Ostblocks © sdu

Während des Kalten Krieges hat der Ostblock Pläne zur Bekämpfung Schleswig-Holsteins und Dänemarks gemacht. Unter anderem sollen Atomwaffen über Hamburg und Jütland abgeworfen werden. Es ist ungewiss, was bei einem solchen Angriff geschehen wäre.

Während des gesamten Kalten Krieges entwarf der Ostblock Pläne darüber, wie ein Krieg gegen den Westen geführt werden sollte. Die ersten Pläne wurden um das Jahr 1950 gemacht und die letzten Ende der 1980er Jahre. Die Pläne zeichneten sich durch ihre Konstanz und durch ihren Aufbau anhand unveränderter Grundannahmen aus.

Nach Ende des Kalten Krieges wurden zahlreiche der Pläne des Warschauer Paktes über die Kriegsführung gegen den Westen veröffentlicht. Auch einige Offiziere insbesondere aus Polen erzählten von den Plänen. Es herrschte keine Klarheit darüber, was für eine Umsetzung der Pläne nötig war. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass die politischen Führer im Osten gleichermaßen wie ihre westlichen Kontrahenten, Angst von einem Atomkrieg hatten. Bis 1980 herrschte offensichtlich der Glaube, dass der Ostblock den Westen auch ohne Krieg besiegen konnte. Als diese Einstellung sich änderte, bahnte sich während der ersten Hälfte der 1980er Jahre ein tatsächlicher Krieg an.

Der Warschauer Pakt baute seine Kriegspläne und Kriegsübungen auf der Überzeugung auf, dass die NATO den ersten Angriff wagen würde. Dieser sollte dann schnellstens gestoppt werden und ein Gegenschlag folgen. Während der ersten Jahre des Kalten Krieges erwarteten die militärischen Strategen, dass die NATO nur konventionelle Waffen benutzen würde und Atomraketen nicht einsetzen würde. Dies änderte sich nach und nach, da ein möglicher Atomangriff von grundlegender Bedeutung für die NATO-Verteidigung war.

In den Kriegs- und Übungsplänen des Ostblocks wurde Schleswig-Holstein und Dänemark als ein und dasselbe Gebiet aufgefasst. Während eines Krieges mit der NATO machte Norddeutschland, Holland und Dänemark ein gemeinsames Gebiet aus, dass auch als Ganzes eingenommen werden sollte. Wichtiges Ziel war es, die Wasserstraßen ein und aus der Ostsee zu sichern. Ebenfalls wichtig war, Kontrolle über den Nord-Ostsee-Kanal zu bekommen, so dass die Flottenschiffe schnell in die Nordsee hinein kommen konnten. Deshalb war es, im Falle eines Krieges, entscheidend eine schnelle Besetzung von Dänemark und Schleswig-Holstein durchzuführen.

Der erste Angriffsplan des Ostblockes war aus der Zeit um 1950. Polnische militärische Strategen - die von Moskau gesteuert wurden - stellten ein Szenario dafür auf, wie ein Krieg in Schleswig-Holstein und Dänemark hätte verlaufen können. Der NATO-Angriff sollte diesem zufolge bei Schwerin gestoppt werden und in einem schnellen Gegenangriff enden. Erst sollte Schleswig-Holstein im Laufe einer Woche besetzt werden, wonach die polnisch-sowjetischen Truppen dies in Jütland fortsetzen sollten. Ein direkter Angriff auf Fünen und Falster sollte ebenfalls begonnen werden, der schließlich zu einer Besetzung Kopenhagens führen sollte.

Ein neuer und durchdachter polnischer Angriffsplan wurde Anfang der 1960er Jahre entwickelt und war über mehrere Jahrzehnte aktuell. Der Gebrauch von Atomwaffen war ein wichtiger Teil des Plans. Atomwaffen sollten über Schleswig-Holstein und dem südlichen Jütland abgeworfen werden. Diese sollten die Waffenlager der NATO und ihre Streitkräfte außer Gefecht setzen. Die Gefahr selbst durch Atomwaffen angegriffen zu werden, musste hingenommen werden, was davon zeugt, dass der Warschauer Pakt von einem gewissen Zynismus geprägt war und dies sowohl im Verhältnis zum Feind als auch gegenüber der eigenen Bevölkerung und den eigenen Soldaten.

Während der zweiten Hälfte der 1960er Jahre und dem darauf folgenden Jahrzehnt zeichneten sehr gute Verbindungen das Verhältnis zwischen Ost und West aus. Dänemark hatte innerhalb der NATO viele Jahre versucht, gute politische und wirtschaftliche Kontakte zum Ostblock zu etablieren. Als Willy Brandt im Jahr 1966 deutscher Außenminister und im Jahr 1969 Kanzler wurde, arbeiteten er und die Sozialdemokratie daran durch ihre "Ostblockpolitik" internationale Entspannung zu erreichen und die Fronten zwischen den beiden deutschen Staaten aufzulockern. Brandt, sein Nachfolger Helmuth Schmidt und auch Helmut Kohl, der ab 1983 Kanzler (CDU) war, arbeiteten daran, dass Dänemark und Deutschland als enge Alliierte gemeinsam versuchten die Spannungen in den Ost-West Beziehungen abzubauen.

Im Nachhinein wurde klar, dass der Kalte Krieg durch Stabilität gekennzeichnet gewesen ist, da die Konsequenzen eines Atomkrieges zu extrem gewesen wären. Während der ersten Hälfte der 1980er Jahre stieg das Spannungsniveau um einiges. Militärische und politische Führer im Osten rechneten mit einem NATO-Angriff und waren somit in den Jahren 1983-84 nahe daran, einen präventiven Überraschungsangriff durchzuführen. Hätte dieser Angriff stattgefunden, wären Dänemark und Schleswig-Holstein eines der ersten Ziele gewesen.

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Kalter Krieg
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