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Über vimu.info

VIMU – GESCHICHTE GANZ NAH ist das erste gemeinsame deutsch-dänische, zweisprachige Geschichtsprojekt im Internet. VIMU möchte die Regionalgeschichte Schleswig-Holsteins und Süddänemarks in der Moderne - das heißt im Zeitraum zwischen 1830 und 2000 – didaktisch hochwertig und ausdrücklich aus einer grenzüberschreitenden Perspektive vermitteln; in Text, Bild, Film und Multimedia auf einer wissensbasierten, interaktiven Internetplattform.

"" Übergeordnete Fachhistorische Ziele und Überlegungen © SDU
Region
Grenzüberschreitende Perspektive
Themen

"" Fachdidaktische Grundlagen © IRZG
Bewusste Selbstbeschränkung
Inhalt
Zielgruppen
Unterrichten - vimu für Lehrkräfte
Filme
Spielen – vimu für Kinder
Vimu – ein Protoyp

 


Übergeordnete Fachhistorische Ziele und Überlegungen © SDU
Von Beginn an war es entscheidend, dass der Inhalt des Virtuellen Museums geschichtswissenschaftlichen Maßstäben gerecht wird. Im Schulunterricht soll es möglich sein, dass Schüler www.vimu.info aufrufen, um Wissen über die Geschichte Schleswig-Holsteins und Süddänemarks in der Periode 1830-2000 zu erlangen. Doch natürlich können nicht nur Schüler die Seite mit Vorteil benutzen. Alle Geschichtsinteressierten – Lehrer, lokale Anwohner, Touristen usw. – sollen die Homepage benutzen, um qualifizierte Informationen darüber zu erhalten, was in dieser Region in den letzten knapp 200 Jahren geschah. Deshalb haben wir uns große Mühe gegeben, die Geschichte so seriös wie möglich darzustellen. Wir versuchen nach besten Kräften, für unterschiedliche Interpretationen der Geschichte Raum zu schaffen und Themen zu entpolitisieren, die hoch politisiert waren. Das gilt insbesondere für die nationalen Fragen im Grenzgebiet, die in bestimmten Perioden vorherrschend waren.


Region
Als wir 2005 begannen, umfasste das Projekt auf dänischer Seite ausschließlich Nordschleswig (Sønderjylland) und Fünen sowie den Landesteil Schleswig und KERN (d. h. die Region Kiel-Eckernförde-Rendsburg-Neumünster) auf deutscher Seite, weil nur diese Gebiete vom INTERREG IIIa-Programm umfasst wurden, das das Projekt finanzierte. In Anbetracht der dänischen Kommunalreform von 2007 – wo die Ämter Fünen, Sønderjylland, Ribe und der südliche Teil des Amtes Vejle zur Region Süddänemark zusammengelegt wurden – haben wir jedoch frühzeitig beschlossen, dass die zugrunde gelegte Region die gesamte politische Einheit Süddänemark und das ganze Bundesland Schleswig-Holstein umfassen soll. Es wird also auf der Homepage die Geschichte der gesamten Region präsentiert. Das hat auch den Vorteil, dass diese Region historisch gesehen mehr Sinn ergibt, als eine Region Schleswig-KERN-Sønderjylland-Fünen. Dennoch kann das Gebiet etwas seltsam erscheinen, da nur selten Untersuchungen oder Präsentationen dieser Gesamtregion gemacht werden. Eine Schleswig-Holstein-Karte reicht normalerweise nur bis zur jetzigen deutsch-dänischen Grenze, nur vor 1864 wird Nordschleswig/Sønderjylland in der Regel einbezogen. Auf dänischer Seite wird manchmal Geschichte geschrieben, die die alten Ämter umfasst, aber es gibt fast nichts über die gesamte Region Süddänemark. Deshalb wird eine Karte von Schleswig-Holstein und Süddänemark den meisten Benutzern zunächst recht abstrakt erscheinen.

Es ist nicht allgemein klar, was eigentlich Regionalgeschichte bedeutet, denn es gibt keine klare Definition, was man unter einer Region versteht. Nach dem amerikanischen Historiker Perry Anderson muss es einige gemeinsame Strukturen geben, damit man von einer Region sprechen kann.1 Ihm zufolge gibt es vier Voraussetzungen, die mehr oder weniger vorhanden sein müssen: 1) ein geografischer Zusammenhang, 2) gewisse gemeinsame ökonomische und soziale Strukturen, 3) gewisse administrative und politische Gemeinsamkeiten und 4) gewisse kulturelle Gemeinsamkeiten in z. B. Sprache, Traditionen und Geschichte. Es bleibt dabei natürlich unklar, wie viel von jeder Kategorie erfüllt sein muss, bevor man von einer Region sprechen kann. Außerdem kann man Andersons Auffassung in einigen Punkten kritisieren, so insbesondere ob eine Region in Bezug auf die Nachbarregionen abzugrenzen ist, oder es ob es fruchtbarer ist, Regionen als Teil anderer größerer Regionen zu sehen.2 Trotzdem sind Andersons übergeordnete Kategorien in unserem Zusammenhang anwendbar und es ergibt einen Sinn, Schleswig-Holstein und Süddänemark als eine Region anzusehen. Das Gebiet hängt rein geografisch zusammen, auf beiden Seiten der deutsch-dänischen Grenze, aber genauso sehr – und oft vergessen – über eine Reihe Verbindungen über die Ostsee. Wirtschaftlich und sozial gab es im südlichen Dänemark und in Schleswig-Holstein 1830-2000 eine fast parallele Entwicklung, aber natürlich auch unterschiedliche Ausprägungen. Bis 1864 war das gesamte Gebiet Teil des dänischen Gesamtstaates, und danach gab es einige Gemeinsamkeiten in der verwaltungsmäßigen und politischen Entwicklung, obwohl es in diesem Bereich auch einige deutliche Unterschiede gab. Kulturell und historisch gibt es viele Verbindungen und Gemeinsamkeiten, aber auch erhebliche Unterschiede.


Grenzüberschreitende Perspektive
Die Geschichte Schleswig-Holsteins und Süddänemarks ist noch nie aus regionalhistorischer Perspektive dargestellt worden. Bislang ist die Geschichte der Region nur als ein Teil der nationalen Geschichten geschrieben worden, und man hat nur wenig wahrgenommen, was „auf der anderen Seite der Grenze“ geschah. Es war ein wichtiges Ziel des Virtuellen Museums, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Entwicklung aufzuzeigen, die in Norddeutschland und Süddänemark stattgefunden hat. Dies ist natürlich immer vor dem Hintergrund der allgemeinen deutschen und dänischen Geschichte geschehen, aber auch mit einem klaren Blick für eine übergeordnetere Entwicklung in Nordwesteuropa. Auf diese Weise haben sich neue Perspektiven eröffnet, die auch Einfluss auf künftige historische Untersuchungen haben werden. Ein Beispiel ist „Der kalte Krieg“, wo Schleswig-Holstein und Süddänemark in der gleichen Lage waren, weil der Warschauer Pakt die Region im Falle eines Krieges als ein einziges Angriffsgebiet ansah. Deshalb war man genötigt, eine gemeinsame Verteidigung gegen einen gemeinsamen Feind aufzustellen, obwohl die dänischen Politiker – gestützt auf die Mehrheit der Bevölkerung – in den 1950er und 1960er Jahren sehr skeptisch waren, sich mit dem alten Feind Deutschland zu verbünden. Andere Beispiele sind „Industrialisierung“ und „Landwirtschaft im Wandel”, wo sich die Entwicklung in Schleswig-Holstein und Süddänemark sehr ähneln, weil die Bedingungen in beiden Gebieten in etlichen Punkten gleich waren. Schaut man auf die Verwaltung, so war das übergeordnete Prinzip gleich, nämlich lokale Selbstverwaltung und die Leistung von öffentlichem Service so nah am Bürger wie möglich. Aber es gibt große Unterschiede in Verwaltung und Aufbau der lokalen Demokratie. Mit anderen Worten: es ist fruchtbar, viele Themen aus einer regionalen, grenzüberschreitenden Perspektive anstelle des traditionellen nationalen Winkels zu betrachten. So wird es möglich, Gemeinsamkeiten zu erkennen, aber auch die Unterschiede in der Region herauszuarbeiten – und das heißt nicht nur Gleichheiten und Unterschiede auf beiden Seiten der Staatsgrenze, sondern in einem gewissen Grad auch innerhalb Schleswig-Holsteins bzw. Süddänemarks.

Das Projekt soll die Kenntnis der anderen Seite jenseits der Staatsgrenze erhöhen. Nach unserer Auffassung ist das Wissen über dänische Kultur und Geschichte in Norddeutschland gering, und das dänische Wissen über deutsche Geschichte und Kultur ist entsprechend schlecht. Selbst in Gegenden nahe an der Staatsgrenze gibt es nur begrenzte Kenntnisse über Geschichte und Kultur auf der anderen Seite der Grenze. Dieses gegenseitige Unwissen wollen wir bekämpfen, indem wir einige Geschichten präsentieren, die – wie wir hoffen – sowohl für Deutsche als auch Dänen interessant sind. Deshalb sind auch alle Texte im Virtuellen Museum sowohl auf deutsch als auch auf dänisch geschrieben. Wir hoffen wir z. B., dass Dänen die Geschichte der Revolution in Kiel 1918 interessant und relevant finden und dass Deutsche sich für den Hintergrund für die dänischen EU-Vorbehalte in den 1990er Jahren interessieren werden, wenn sie vom dem ehemaligen dänischen Außenminister Niels Helveg Petersen persönlich in einem Multimediaclip erklärt werden.

Es soll jedoch nicht nur die Geschichtskenntnis „über die auf der anderen Seite der Grenze“ vermehrt werden. Es ist fast genauso wichtig, dass die Bewohner der Region die Geschichte ihrer eigenen Gegend besser kennen lernen und dass sie hier die Möglichkeit erhalten, sich Wissen darüber beschaffen, was lokal und regional um sie herum geschehen ist. Schließlich hoffen wir, dass Deutsche und Dänen außerhalb der Region sich in das Virtuelle Museum einklicken. Hier gibt es eine Masse guter und relevanter Geschichten, die auch Menschen interessieren kann, die selbst nicht in der Gegend wohnen. Durch das Medium Internet kann man viel weiter kommen als mit einem Buch. Menschen, die weit weg wohnen, können ohne Weiteres auf www.vimu.info gehen, und Leute, die nur selten ein Buch aufschlagen, werden vielleicht mehr Lust haben, etwas über Geschichte aus z. B. Bildern, Animationen und Filmclips zu erfahren.


Themen
Wir decken also eine sehr große Region über eine ziemliche lange Zeit ab. Darum ist es natürlich unmöglich, die gesamte Geschichte der Region zu schreiben. Wir haben deshalb 36 verschiedene Themenkomplexe ausgewählt, da es nicht möglich gewesen wäre, mehr zu behandeln. Die einzelnen Themen wurden nach langen und gründlichen Überlegungen festgelegt. Dabei wurden drei übergeordnete Kriterien benutzt: 1) Die Region sollte geografisch vollständig abgedeckt werden. Sowohl Schleswig-Holstein und Süddänemark sollten ungefähr gleich repräsentiert sein, aber auch so, dass alle Menschen in der Region Geschichten aus ihrem lokalen Bereich finden können. 2) Die Themen sollten chronologisch halbwegs gleichmäßig über die gesamte Periode verteilt sein. Das 20. Jahrhundert ist jedoch im Verhältnis zum 19. Jahrhundert leicht überrepräsentiert. 3) Es sollte eine große thematische Breite geben. Wir entschieden uns für sechs thematische Bereiche: Politik, Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft, Grenzen und Meer. Die vier ersten Bereiche wird man in dieser Form mehr oder weniger erwarten, während die beiden letzten sich in höherem Grad auf die Besonderheiten der Region beziehen. Gleichzeitig war uns klar, dass es eine Anzahl Themen gab, die gezwungenermaßen in der Präsentation behandelt werden mussten. Das gilt z. B. für die deutsch-dänischen Kriege 1848-51 und 1864, Volksabstimmung und neue Grenzziehung im Jahre 1920, den Nationalsozialismus und die deutsche Besetzung Dänemarks in den Jahren 1940-45. Ob wir es wollten oder nicht, würden die Benutzer erwarten, dass das Virtuelle Museum diese Themen behandelte. Es war aber auch möglich, einige Themen zu behandeln, die die Benutzer überraschen würden. Wer würde z. B. ein selbständiges Kapitel über Helgoland erwarten, eines über historische Innovationen in der Region oder eines über eine Künstlergruppe auf Fünen? Bei der Themenauswahl herrschte also das durchgehende Prinzip, dass sowohl die zu erwartenden Themen behandelt als auch zugleich eine Anzahl überraschender Geschichten aufgetischt werden sollten.


Fachdidaktische Grundlagen © IRZG
Vimu liegt ein geschichtsdidaktisches und medientheroretisches Konzept zu Grunde. Ausgehend von dem Verständnis von Geschichte als (Re)Konstruktion der vergangenen menschlichen Praxis aus gegenwärtiger Perspektive haben wir einen idealtypischen Kriterienkatalog erarbeitet, dessen Kernfrage lautet: Wie kann Geschichte mediengerecht optimal vermittelt werden, wenn historisches Lernen zur Entwicklung von historischem Bewusstsein führen soll, das die Userinnen und User dazu befähigt, sich mit Hilfe der historischen Informationen in Gegenwart und Zukunft zu orientieren? Ein Kriterium ist beispielsweise die multiperspektivische Darstellung: Wir versuchen, historische Sachverhalte immer aus der Perspektive verschiedener Personen in unterschiedlichen sozialen Rollen und mit ungleichen Interessen darzustellen. Auch Quellenkritik ist eine Forderung, die wir immer zu beachten suchen: Quellen sind historische Zeugnisse der vergangenen menschlichen Praxis. Sie spiegeln die vergangene Wirklichkeit nicht objektiv wider, da sie perspektivische, ausschnitthafte, mit einer bestimmten Intention geschaffene und auch selbst deutende Überlieferungen sind. Sie müssen nach der historisch-kritischen Methodik ausgewertet werden. Quellen (dazu gehören auch Bild- und Filmquellen) dürfen in der ambitionierten historischen Vermittlung folglich niemals der bloßen Illustration dienen, sondern sie müssen – erschlossen und kritisch eingeordnet – Rezipienten die Option der eigenen Quellenkritik bieten. Deshalb stehen Text-, Bild oder multimediale Quellen niemals allein, sondern immer mit einer Einordnung als kleinste unteilbare Einheit. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, in jeder Sinneinheit von VIMU jeweils mindestens ein didaktisches Kriterium schnell identifizierbar umzusetzen, oft sind es aber mehrere. Wir haben uns außerdem mit den Charakteristika des Mediums Internets auseinandergesetzt, um sie ebenfalls als gegeben zu akzeptieren. 3 (mehr dazu link pdfs)


Bewusste Selbstbeschränkung

Aus der Gegenüberstellung unserer beiden Ausgangsbedingungen ergeben sich Herausforderungen, Ambivalenzen und Zielkonflikte, die wir in vimu anzunehmen und zu lösen versuchen. Unsere zentrale Herausforderung war die Frage: Wie können wir Überfrachtung und Orientierungslosigkeit in unserer Homepage vorbeugen? Unsere Antwort darauf lautet: Bewusste Selbstbeschränkung in der Nutzung vorhandener Optionen, nämlich bei der Verlinkung und bei Platzbudgets. Wir verstoßen also bewusst gegen Konventionen des Internets. Wir verzichten auf eine Verknüpfung mit anderen Homepages, bieten sie nur in Ausnahmefällen an. Wir erarbeiten ausdrücklich eine nicht stetig wachsende Website, sondern ein im Platz beschränktes VIRTUELLES MUSEUM mit weitgehend selbstreferenziellem Anspruch; deshalb bieten wir eine Vielzahl an kurzen lexikalischen und biographischen Beiträgen. Wir hoffen, dass Sie als Nutzerin und Nutzer von VIMU so mit Informationen, Geschichten, Angeboten und Erläuterungen versorgt werden, dass Sie keine Zusatzangebote außerhalb von VIMU wahrnehmen müssen, um hinreichendes Verstehen zu gewährleisten.


Inhalt
Vimu bietet 36 Themen – von uns Topics benannt – aus dem regionalhistorischen Forschungsstand geordnet in sechs Dimensionen: Grenzen, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur, Meer. Als Besucher oder Besucherin werden Sie mit einer einfachen und kurzen Einführung zu den Themen – textlich und multimedial – empfangen. Auf der folgenden Ebene können Sie zwischen den verschiedenen fünf bis zehn Kapiteln, die wir Module nennen, auswählen, den eigentlichen thematischen Darstellungen. Diese Module sind horizontal angeordnet, bilden gleichrangige Sinneinheiten und bieten Teilaspekte des Themas. Die textbasierten Darstellungen sind überblickbar und so angelegt, dass Sie sie in beliebiger Reihenfolge und ohne voraussetzende Lektüre auch für sich stehend, nicht in einer bestimmten Reihenfolge nutzen können. Sie sind mit vielfältigen Zusatzangeboten – in unserem Sprachgebrauch Formaten – ergänzt: Es handelt sich um erzählende Fallbeispiele, textliche und audiovisuelle Quellen, Filme, Multimediaanwendungen etc., aber auch Bibliografien oder didaktische Selbstreflexionen, die sich – wie in einem Baukastensystem – auf verschiedene Inhalte beziehen können. Auf diese Weise sinnvoll verlinkt, ermöglichen die Informationseinheiten eine intensive, individuelle thematische Beschäftigung in unterschiedlicher Tiefe.

Für die interne Verlinkung in VIMU haben wir uns von einer Idee leiten lassen, die auch in realen Museen zu finden ist: Leicht gesteuerte, von Besuchern nur intuitiv wahrgenommene Navigationspfade sind das Ziel. Innerhalb eines Topics sind die Module und Formate intelligent miteinander vernetzt: Kontexte, Sinnzusammenhänge und Vertiefungen sollen entstehen, nicht aber Sammelsurien an Zusatzangeboten gelistet werden. Darüber hinaus sind zwischen Modulen und den Formaten verschiedener Topics innerhalb der gesamten Homepage sinnvolle Querverbindungen angelegt. Unsere Annahme lautet, dass bereits nach zwei Links die Entscheidung über eine Rückkehr zum Thema beziehungsweise das Wegwandern fallen sollte. Wir legen Ihnen genau an diesem Zeitpunkt durch den Fährtenfinder die Rückkehr eindringlich nahe.

Neben dem geordneten Zugriff über die Dimension bietet VIMU verschiedene Einstiegswege in die Topics und alle anderen Inhalte an, die Sie je nach Erwartungshaltung, Intention und Vertrautheit mit dem Medium wählen können: Eine Form des Zugangs ist die intelligente Suche, die die Treffer inhaltlich gewichtet und beschreibt. Über auf der Startseite platzierte – wechselnde – Bilder können Sie auch einzelne Module direkt ansteuern. Vimu ermöglicht ebenfalls die geografische Navigation über eine Verknüpfung mit google maps. Außerdem ist ein Navigieren über eine Zeitleiste und den Spider möglich, den die dänischen Humaninformatiker entwickelt haben.


Zielgruppen
Sofern Sie es wünschen, können Sie in VIMU die Darstellungen finden, die Ihren Erkenntnisinteressen und Voraussetzungen entsprechen. VIMU spricht also verschiedene profilierte Zielgruppen an. Sie können in der Navigationsleiste ganz oben aus sechs Präsentationsformen wählen:
• ENTDECKEN ist die Basisdarstellung für alle User, die sich keiner anderen Gruppe zugehörig fühlen.
• LERNEN bietet Schülerinnen und Schülern eine attraktiven, gut verständlichen Zugang zur Regionalgeschichte
• Ältere Schülerinnen und Schüler, Studierende, historisch Interessierte, Journalisten und Wissenschaftler – PROFIS – finden eine ganze Reihe weiterer Formate als Zusatzangebote unter forschen, beispielsweise ausführliche Belege und weiterführende Bibliografien.
• Lehrkräfte finden Didaktische Bemerkungen zu den Modulen sowie Zusatzmaterialien für den unterrichtlichen Einsatz unter UNTERRICHTEN – VIMU FÜR LEHRKRÄFTE,
• Touristen entdecken unter REISEN Hinweise auf Museen oder Gedenkstätten zu den Themen, mit Lage und Öffnungszeiten.
• Unter SPIELEN finden Kinder eine reduzierte Darstellung unserer Inhalte in Form mehrerer mit Animationen versehener Lernspiele
VIMU hat bei der Produktion der Module und meisten Formate die Zielgruppe Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I vor Augen. Deshalb achten wir beispielsweise auf eine klare, weitgehend fremdwortfreie Sprache, überschaubare Satzlängen und Argumentationsstränge, verzichten dabei auch auf eine wissenschaftliche Verweisstruktur in den darstellenden Texten. Die unterschiedlichen Vertiefungsniveaus im vertikalen Aufbau der Seite sowie die zielgruppenspezifische Aufbereitung der Präsentation im horizontalen Aufbau unterstützen die Chancen der autonomen Lernsituation. Durch diese Art der Öffnung und Verschließung von Angeboten wollen wir die Potenziale voll ausschöpfen, die das Internet für selbstständiges Lernen bietet.


Unterrichten - vimu für Lehrkräfte
UNTERRICHTEN - VIMU FÜR LEHRKRÄFTE unterstützt Sie als Lehrkräfte aller Schularten, das regionalgeschichtliche Angebot von VIMU für Ihren Unterricht zu nutzen. Das Angebot liefert zusätzlich zu der speziell für den Unterricht abgestimmten Web-Präsentation für ausgewählte Topics Didaktische Bemerkungen und geeignete Unterrichtsmaterialien. Diese bestehen zumeist aus Quellen, anhand derer sich nach Möglichkeit Kernprobleme oder wesentliche Aspekte des Themas exemplarisch behandeln lassen. Sie ergänzen das online-Angebot von VIMU. Die Quellen liegen als herunterladbare PDF-Dokumente vor. Hinzu kommen noch verschiedene Handreichungen, beispielsweise für das Führen von Interviews mit Zeitzeugen.

Das Angebot von UNTERRICHTEN - VIMU FÜR LEHRKRÄFTE ist dreifach einsetzbar: Es bietet Ihnen die Möglichkeit, sich umfassend, schnell und zuverlässig über die Geschichte der Grenzregion zu informieren und sich dazu anregen zu lassen, Themen in Ihrem Geschichtsunterricht zu integrieren. Sie können das Angebot auch als Steinbruch nutzen, in dem Sie Texte, (Bild-)Quellen oder andere Materialien für Ihren Unterricht finden und sofort einsetzen können, sei es in Form herunterladbarer Dateien oder aber online im Klassenzimmer. Zudem sind die Topics so konzipiert, dass sich Schülerinnen und Schüler ein Topic oder ausgewählte Module online und weitgehend selbstständig erarbeiten können.

Die Didaktischen Bemerkungen liegen für alle Lehrplan-relevanten Topics als herunterladbare PDF-Dokumente mit Links zu den entsprechenden Modulen und Formaten vor. Sie dienen als Leitfaden und sind jeweils gleich strukturiert: Neben einer kurzen inhaltlichen Vorstellung des Topics und der einzelnen Module liefern sie Hinweise darauf, warum ihre Behandlung im Unterricht relevant und sinnvoll sein kann. Es folgen jeweils konkrete Anregungen für den Einsatz von VIMU im Unterricht, zumeist anhand von Beispielen. Auf detaillierte Stundenentwürfe oder Verlaufsplanungen haben wir eingedenk des auf alle Schularten zielenden Ansatzes bewusst verzichtet. Weiterhin stellen die Didaktischen Bemerkungen die jeweils für das Topic zur Verfügung stehenden zusätzlichen Unterrichtsmaterialien vor. Abschließend finden sich in der Rubrik Darüber hinaus Anregungen und Ideen für eigene Recherchen oder Schülerprojekte.


Filme
VIMU bietet Ihnen 21 kurze Filme an, die nach einem neuartigen fachdidaktisch und medienwissenschaftlich fundierten Konzept hergestellt worden sind – in Kooperation der FH Kiel und des IZRG mit dem Landesfilmarchiv Schleswig-Holstein, das das Ausgangsmaterial aussuchte und kostenfrei zur Verfügung stellte. VIMu behandelt das audiovisuelle, dokumentarische Filmmaterial als mit einer bestimmten Intention geschaffene Quellen, die der kritischen Erschließung und Einordnung bedürfen. Dieser überlegte Umgang mit Filmquellen ist geboten, weil bewegte Bilder eine starke Wirkung auf die Betrachtenden ausüben können; in der Regel wird ihnen eine hohe Authentizität und Glaubwürdigkeit zugesprochen. VIMU ordnet die Filme unter Zuhilfenahme filmanalytischer Methodik in den historischen Hintergrund ihrer Entstehungszeit ein: Dies umfasst die Beschreibung, wer und was auf den Aufnahmen zu sehen ist, die Erläuterung, wer, wann und wo die Bilder zu welchem Anlass produzierte und welche filmischen Stilmittel dafür genutzt wurden. Auch die Fragen, welche Botschaften sollte die Aufnahme damals transportieren, welche Botschaften transportiert sie heute wirklich?, sollen so weit möglich beantwortet werden. In der konkreten Umsetzung beinhaltet also jeder Film einen Vor- und Abspann mit oben genannten Informationen und Deutungen sowie – falls inhaltlich geboten – weitere, frei anwählbare erläuternde Zusatzangebote. Stummfilmmaterial ist teilweise mit einem Kommentar versehen. Am Ende jedes Abspanns verweist VIMu auf den Quellencharakter des zeitgenössischen Filmstücks und – im Sinne der Offenheit der Präsentation – auf die Tatsache, dass in die Auswahl und Kommentierungen Wertungen der Bearbeiterinnen und Bearbeiter eingehen. Lehrkräfte können die Filmquellen zusätzlich als unbearbeitetes Rohmaterial im Unterricht nutzen.


Spielen – vimu für Kinder
SPIELEN – VIMU FÜR KINDER bietet eine reduzierte Darstellung der deutsch-dänischen Regionalgeschichte in Form von vier mit Animationen versehenen Spielen, die Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie und Gebote des Jugendschutzes berücksichtigen. Die Figur Vikki führt die Kinder durch die Spiele. Die Zeitreise basiert auf einem chronologischen Zugriff, während das Geo-Quiz Orientierung im Raum anspricht. Die Entdeckungsreise verbindet das klassische Brettspiel mit geographischen Anknüpfungspunkten. Einen komplexeren thematischen Zugang über die Dimensionen bietet der Fragensalat. Jedes dieser Spiele können Kinder alleine, zu zweit oder zu dritt spielen. Kinder lernen spielerisch durch ein Quiz; wenn sie bei einer Frage unsicher sind, können sie ein – teilweise multimedial angereichertes – Infofeld mit kurzen, reduzierten Informationen aufrufen, um historisch zu lernen.


Vimu – ein Protoyp
VIMU betritt in vielen Bereichen Neuland, in fachdidaktischer, fachwissenschaftlicher und technischer Weise und auch was die Usability und Barrierefreiheit betrifft; vier Hochschulen leisten Grundlagenforschung auf völlig verschiedenen Gebieten und erstellen dennoch ein gemeinsames Produkt. VIMU ist ein Prototyp mit vielen Stärken, aber bestimmt auch einigen Schwächen. Die Arbeit wird weitergehen. Nicht alle fachdidaktischen Anforderungen und Zielvorstellungen können wir in diesem Projekt umsetzen. Manche Ansprüche der vier Partner produzieren Zielkonflikte, die nur durch Kompromisse zu überbrücken sind. Ob sich das didaktisch ambitionierte Angebot historischen Lernens wirklich mediengerecht und markttauglich umsetzen lässt, muss die Praxis erweisen.

 

Fußnoten:
1
Vgl. Perry Anderson (1994): ”Remarks on the Modern Region Phenomenon in Western Europe” in: Den jyske Historiker Nr. 68 Regionen i Historien, S. 32-36.

2
Vgl. z. B. das Themaheft von Den jyske Historiker von 1994 über Regionen i Historien und Martin Rheinheimers Artikel Region und Regionalität anhand der schleswigschen Dorfordnungen des 16. bis 19. Jahrhunderts. In: Reimer Witt, Hrsg. (2003): Im Spannungsfeld zwischen Regional- und Landesgeschichte. Vorträge eines Regionalsymposiums im Landesarchiv Schleswig-Holstein darüber, was unter Region und Regionalgeschichte zu verstehen ist. In Deutschland ist Landesgeschichte seit langem eine wichtige Teildisziplin an vielen historischen Instituten, doch unter diesem Begriff versteht man Geschichte mit Fokus auf einzelnen deutschen Regionen oder Bundesländern, also normalerweise nicht eine grenzüberschreitende Regionalgeschichte.

3
Detaillierte Hinweise zu den theoretischen Überlegungen finden Sie in: Uwe DANKER/Astrid SCHWABE: Normative fachdidaktische Anforderungen an virtuelle Geschichtspräsentationen. Möglichkeiten und Grenzen der Umsetzung am Projektbeispiel eines „Virtuellen Museums“. In: DIES. (Hg.): Das Internet als Raum historischen Lernens. Geschichtsdidaktik und Neue Medien (Forum Historisches Lernen). Schwalbach/Ts. 2008,S. 61-90 (im Druck); Uwe DANKER/Astrid SCHWABE: Historisches Lernen im Internet. Zur normativen Aufgabe der Geschichtsdidaktik. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 58 (2007), H. 1, S. 4-19.

 

 


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